Marketing-Kommunikation im digitalen Zeitalter

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27. Dezember 2017 – Befriedigt die Kommunikation via Facebook, WhatsApp, Xing & Co unsere zentralen menschlichen Bedürfnisse – zum Beispiel nach Nähe, nach Geborgenheit, nach Vertrautheit und Intimität? Hierüber habe ich vor Weihnachten einen Artikel verfasst, der in einer Variante gestern bei Focus-online erschienen ist.

 

Sehnsucht nach mehr Menschlichkeit

Über Facebook, WhatsApp, Xing & Co können wir uns heute mit Gott und der Welt vernetzen und mit fast jedem Menschen jederzeit und überall kommunizieren. Doch diese „Fast-Food“-Kommunikation – beziehungsweise „Mickey-Mouse-Kommunikation“, wie ich diese Art zu kommunizieren zuweilen auch nenne – befriedigt offensichtlich zentrale Grundbedürfnisse von uns Menschen nicht; zum Beispiel unser Bedürfnis nach Nähe, unser Bedürfnis nach Geborgenheit, unser Bedürfnis nach Vertrautheit und Intimität.

 
Das hat unter anderem die werbetreibende Wirtschaft erkannt. Deshalb lässt zum Beispiel der Lebensmittel-Konzern EDEKA seit Jahren Werbespots und Video-Clips produzieren, die alle unter der Überschrift mehr Menschlichkeit stehen. Und diese Kurzfilme schaltet der Konzern insbesondere in der Vorweihnachtszeit in Fernsehsendern. Zudem lädt er sie bei YouTube hoch.

 

Marketing-Kommunikation setzt auf Emotionen

In einem Spot rollt ein Roboter, auf dessen Brust dick und fett der EDEKA-Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ steht, durch eine EDEKA-Filiale. Vor der Fleisch- und Wursttheke fragt der Roboter ein älteres Ehepaar, ob er ihm ein Weihnachts-Rezept geben könne. Das Ehepaar erwidert, das habe der nette Mann hinter der Theke bereits getan – „mit viel Liebe“. Daraufhin fragt der Roboter zurück: „Was ist Liebe?“. Die Antwort des EDEKA-Mitarbeiters: „Etwas, wofür es kein Rezept gibt.“

 
Ein weiterer Spot behandelt das Thema „Zeit schenken“. In ihm geht es darum, dass viele Aufgaben, die Eltern speziell in der Zeit vor und nach Weihnachten glauben erfüllen zu müssen, faktisch nicht wichtig sind. Es gibt nur eine wichtigste Aufgabe: „Ich muss für dich da sein – mein Kind.“

 

Marketing-Kommunikation entdeckt „echte“ Gefühle

Und der neuste Weihnachtsspot, der im Jahr 2117 spielt und seit Ende November – also binnen 3,5 Wochen – schon fast vier Millionen Mal bei YouTube aufgerufen wurde? In ihm schert ein Roboter aus einer Roboter-Armee aus. Und er begibt sich auf die Suche nach Menschen, die vor einer von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt sozusagen in die Wildnis geflohen sind. Mit ihnen möchte er Weihnachten feiern. Mit einem echten Tannenbaum. Mit einem echten Gänsebraten. Und : Mit echten Gefühlen. Schauen Sie selbst. Es lohnt sich! (Zum Video)

 

Digitale Kontakte ersetzen persönliche Begegnung nicht

Ja, es lohnt sich ab und zu im Leben innezuhalten und sich fragen: Was ist mir wichtig? Was vermittelt mir nicht nur ein Gefühl des Ge-füllt, sondern des Er-füllt seins? In unserer von den rascher Veränderung und geringer Planbarkeit geprägten modernen Welt wird dies immer wichtiger. Sonst verlieren wir den roten Faden in unserem Leben… und die Menschen, die uns wichtig sind.

 
Überlegen Sie sich deshalb an den Weihnachtstagen und in den Tagen zwischen den Jahren zum Beispiel: Wäre es ist nicht sinnvoller, die Menschen, die für mich bedeutsam sind, anzurufen statt ihnen eine WhatsApp-Nachricht zu senden? Und: Wäre es nicht eventuell noch viel besser, wenn ich mir die Zeit nähme, sie zu besuchen statt mit ihnen zum Beispiel via Skye zu kommunizieren?

 

Menschliche Begegnung verschafft mehr Befriedung

Denn digitale Kontakte sind schön und gut, doch sie ersetzen die persönliche Begegnung von Mensch zu Mensch nicht. Sie hat eine andere Qualität. Deshalb verschafft sie uns auch mehr Erfüllung und Befriedigung.

 
Soweit meine Textvorlage. Wie der Focus diesen Text bearbeitet und auf seiner Webseite publiziert hat, sehen Sie hier.

2017-12-27T14:23:14+00:00 von |